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NSG Ulmener Jungferweiher
Geschrieben von: Christian Dietzen   

Der Ulmener Jungferweiher liegt am nordwestlichen Rand des Landkreises Cochem-Zell (COC) in der östlichen Vulkaneifel, nordwestliches Rheinland-Pfalz. Das flache Gewässer befindet sich in einer Höhenlage von ca. 430 m ü. NN und ist je - nach Wasserstand - ca. 25-30 ha groß, wobei besonders im nördlichen Teil ein ausgedehnter Verlandungsgürtel besteht. Ebenfalls im Nordteil befindet sich eine flache, zunehmend verbuschende Insel mit zeitweise ausgedehnten Schlammflächen. Das gesamte Gebiet befindet sich in einem sumpfigen Wiesengelände. Am West- und Südufer dominieren Weidenbüsche (Salix spec.), während der vormals nährstoffarme Binsen- und Seggenbereich im Norden und Osten zunehmend durch Eutrophierung verbuscht. Auch der durch die 1989 errichtete Phosphateliminierungsanlage stark regulierte Wasserstand hinterlässt seine Spuren.

Die ornithologische Erkundung des Gebietes begann spätestens in den 1950er Jahren und die Entwicklung der Brut- und Rastvogelbestände ist vergleichsweise gut dokumentiert. Bereits 1963 wurde erstmals ein Beobachtungsstand am Westufer errichtet, der seitdem mehrfach erneuert und renoviert wurde. Von hier, wie auch von dem das gesamte Gebiet umlaufenden Rundweg, hat der interessierte Beobachter einen guten Überblick über die Kernzone des Naturschutzgebietes im nördlichen Teil des Weihers und erhält Einblicke in die reichhaltige Vogelwelt. Die Beobachtungen werden seitdem in im Stand ausliegenden Notizbüchern gesammelt und wurden bereits mehrfach ausgewertet. Problematisch ist bei diesen Auswertungen die stark schwankende Beobachtungsintensität, die immer an bestimmte Personen gebunden und seit Mitte der 1990er Jahre stark zurückgegangen ist.

Im Naturschutzgebiet Ulmener Jungferweiher wurden bis heute ca. 230 Vogelarten nachgewiesen, von denen mindestens 53 Arten regelmäßig brüten. Dazu gehören einige im übrigen Rheinland-Pfalz seltene Arten, die hier regelmäßig vorkommen, z. B. Krickente, Bekassine, Wiesenpieper, Braunkehlchen, Löffelente, Raubwürger. Den Großteil der festgestellten Arten nehmen Durchzügler und Gastvögel ein, die vor allem Limikolen, Enten und Seeschwalben umfassen. Auffällig ist ein hoher Anteil von Ausnahmeerscheinungen, die auch im übrigen Land nur unregelmäßig erscheinen, so wurden z. B. über die Hälfte der rheinland-pfälzischen Graubrust-Strandläufer in diesem Gebiet festgestellt. Ein Besuch lohnt sich vor allen Dingen während der Zugzeiten im April und Mai sowie von August bis Oktober. Aber auch Brutzeit und Winter sind immer wieder für Überraschungen gut.

Luftbild: Google Earth.

Weiterführende Literatur:

Dietzen, C. (1993): Die Vogelwelt vom Naturschutzgebiet Ulmener Jungferweiher. Pflanzen und Tiere von Rheinland-Pfalz, Sonderheft 1: 1-96. Mayen. (vergriffen).

Dietzen, C. (1995): Die Vogelwelt am NSG Ulmener Jungferweiher (Ergänzung). Pflanzen und Tiere von Rheinland-Pfalz 5: 87-89. Mayen.

Dietzen, C. (2001): Bestandsentwicklung ausgewählter Vogelarten im Naturschutzgebiet „Ulmener Jungferweiher“, Landkreis Cochem-Zell, Rheinland-Pfalz, 1989-2000. Fauna und Flora in Rheinland-Pfalz, Beiheft 27: 233-256. Landau.